Langspielplatten / Hörspiele Theater der besonderen Art
Spricht man von der Langspielplatte, kurz LP, dann ist eine Schallplatte, oder seit Mitte der achtziger Jahre auch die CD, gemeint. Die Bezeichnung stammt aus den vierziger Jahren, in denen zwei Schallplatten Formate auf den Markt kamen. Sie unterschieden sich durch Größe und benötigter Abspielgeschwindigkeit. Galten die 30 Inch Langspielplatten und die 7 Inch Platten zunächst noch als Konkurrenten, zeichnete sich bald ein eigenes System aus. Ganze Stücke und Song Paletten wurden auf die Langspielplatten gepresst, während einzelne Lieder und kurze Kompositionen auf den Maxi-Platten ihren Platz fanden.
Obwohl es Schallplatten und zugehörige Abspielgeräte schon längere Zeit gab, bekam die Entwicklung und die Nachfrage einen gehörigen Schub. Das lag unter anderem an den neuen Geräten, die fähig waren sowohl das eine, als auch das andere Format, abzuspielen. Aber auch das Angebot wurde geprägt durch Innovationen, die den Markt beherrschen sollten. Während Elvis Presley und die Beatles für Hörgenusse musikalischer Art sorgten, nahmen sich andere Anbieter dem Markt des Geschichtenerzählens an. Hörspiele fanden einen riesigen Absatz, durch die neue Produktion der Langspielplatten. Mit der Möglichkeit auf vorhandene Literatur und Klassiker zurückgreifen zu können, entwickelte sich rasch ein hoher Konsum solcher Hörspiele.
Die Geschichte des Hörspiels fand ihren Anfang in den zwanziger Jahren und nutzte das Medium Radio, als erste Plattform. 1924 wurde erstmals in England das Stück "A comedy of danger" ausgestrahlt, ein halbes Jahr später wurde auch in Deutschland die neuen Möglichkeiten des Radios genutzt. Waren zu Anfang solche Hörspiele noch experimentelle Versuche, entwickelte sich bald ein eigenständiges Genre. Autoren und Redakteure entwarfen spezielle Stücke, die dann von Schauspielern eingelesen und gespielt wurden. Größere Produktionen griffen sogar auf Komponisten und musikalische Untermalung zurück. 1938 sorgte ein Radiohörspiel von H. G. Wells Klassiker "Krieg der Welten" sogar dafür, dass zahlreiche Bürger New Yorks an einen wahren Marsianerangriff glaubten.
Die Entwicklung wurden immer weiter vorangetrieben. Es wurden sowohl neue Stücke geschrieben, als auch bestehende Literatur vertont. Mit dem neuen Format der Langspielplatte gelangten Hörspiele vom Radio und der Theaterbühne ins heimische Wohnzimmer. Einen weiteren Schritt in diese Richtung wurde durch die Compact Kassette erreicht, die sich den Trend ebenfalls zu Nutzen machte. Mit dem Einzug des Farbfernsehens in die Haushalte, hatten Hörspiele eine starke Konkurrenz bekommen. Das tat dem Erfolg aber nur einen geringen Abbruch. Hörspiele wurden vor allem für Kinder und Jugendliche, sowie besondere Liebhaber der Gattung, interessant. Der Trend zog neben speziellen Veranstaltungen, auch Preisverleihungen mit sich, auf denen sich Hörspiele auf großer Ebene etablieren konnten.
In den frühen Jahren der weltweiten Produktion sorgten vor allem Abenteuer Hörspiele für das Vergnügen am heimischen Abspielgerät. Nachdem Winnetou bereits die Leinwände erobert hatte, zogen er und sein Freund Old Shatterhand nun auch auf Hörspiel-LPs durch den Wilden Westen. Nach den erfolgreichen Büchern des amerikanischen Autors Robert Arthur, wurden die Detektivgeschichten um Justus Jonas und "die drei Fragenzeichen" ebenfalls auf LPs festgehalten. Nicht geringer gelangten die Spürnasen von "TKKG" zu großem Ruhm, während John Sinclair bereits einige Jahre auf Geistersuche geschickt wurde. Im selben Milieu arbeiteten auch die Geisterjäger der "Ghostbusters", als He-Man und die "Master of the Universe" den Kampf gegen die bösen Schergen Eternias aufnahmen.
Höhepunkt von Hörspiel Produktionen war bereits Mitte der achtziger Jahre. Was zum größten Teil zum Boom beitrug, war die immens große Auswahl. Egal ob sich Kinder mit Schlossgespenst "Hui Buh" gruseln oder gemeinsam mit "Jan Tenner" Aliens jagen wollten, jedes Genre wurde bedient. Es waren aber längst nicht nur Jugendliche und spätere Nostalgiker, die sich dem Ohrenschmaus hingaben. Gerade in neuerer Zeit wird, neben neuen Serien wie "Gabriel Burns", vermehrt auf alte Hörspiel-LPs zurückgegriffen, die einen für eine Stunde und länger auf eine Abenteuerreise besonderer Art einladen.
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